Heute stellte ein Vater bei Facebook eine “Vermisstenanzeige” bei Facebook ein…

VERMISST
Meine Tochter, Kim, wird seit Freitag vermisst.
Der letzte bekannte Aufenthaltsort war Aachen.
Sie war dort bei meiner Mutter zu besuch.
Bitte stellt diese Suchmeldung bei euch ein, damit eventuell auch eure Freunde sie erhalten.
Ich wäre für jeden Hinweis dankbar.
Quelle: Facebook
Die Facebook-Gemeinde hat dies natürlich (und vielleicht zu Recht) relativ ernst genommen. Immer mehr Leute scheinen bei der zuständigen Polizei nachgefragt zu haben, ob es sich bei dieser Meldung um ein Fake handelt oder nicht. Das Bild hat zur Zeit weit über 1500 Kommentare.
Nachdem die Polizei die Anfragen nicht mehr bearbeiten konnte gab man dort eine Pressemitteilung heraus.
Kim F. in Sozialen Netzwerken
Zahlreiche Anfragen bei Polizeibehörden
Oberbergischer Kreis – 07.02.2011 – 18:25 –
Nicht mehr anrufen! Wegen zahlreicher Anrufe kann telefonisch keine Auskunft mehr erteilt werden!
Zum Sachverhalt:
Der Vater der 15-jährigen Kim F. hat in Facebook veröffentlicht, dass seine Tochter vermisst wird. Offensichtlich wurde diese Meldung dann von eifrigen Lesern auch in anderen Internet-Foren veröffentlicht. Der ein oder andere sieht vermutlich darin eine Ähnlichkeit mit dem Fall “Mirco”, was aber absolut nicht der Fall ist.
Zur Klarstellung:
Bei Kim F. handelt es sich um eine Ausreißerin, die vermutlich mit ihrer Freundin unterwegs ist, und das nicht zum ersten Mal.
Es besteht derzeit kein Hinweis, dass Kim oder ihre Freundin Opfer einer Straftat geworden sein könnten.
Es ist alltägliches Geschäft der Polizeibehörden, nach kindlichen und jugendlichen Ausreißern zu suchen. Oftmals sind im Oberbergischen Kreis gleichzeitig mehrere Kinder/Jugendliche abgängig. Diese Kinder/Jugendliche werden – nachdem mögliche Anlaufadressen aufgesucht wurden – dann bundesweit zur Ingewahrsamnahme ausgeschrieben. Bei einer Überprüfung durch die Polizei kann somit festgestellt werden, dass der Ausreißer abgängig ist. Er wird dann den Eltern bzw. einem Jugendheim zugeführt.
Quelle: Presseportal der Polizei NRW
Nachdem diese Pressemitteilung bei Facebook nun die Runde gemacht hat, war die Seite der Polizei NRW teilweise nicht mehr zu erreichen.
Naja, auch wenn ich immer noch auf der Suche nach dem Sinn von Facebook bin, so weiß ich seit heute, dass man die “Macht” von Facebook nicht unterschätzen darf. Die “Gemeinschaft” hat doch eine Menge “Zusammenhalt” und kann auch einiges erreichen. Nicht nur die ägyptische “Revulution” wurde über Facebook organisiert!
Ich glaube, dass die Seite der Polizei auf einem relativ guten Server liegt und diese nicht so einfach zu “crashen” ist, aber… Facebook hat auch das geschafft.
Zum Vermisstenfall: Ich hoffe (und bin mir auch relativ sicher), dass die Kleene bald wieder zu Hause sein wird.
[Update]

Mittlerweile gerät die Disskusion um die Vermisstenanzeige des Vaters der “Vermissten” fast außer Kontrolle. Es gibt nun (Stand 22:00 Uhr) über 4.000 Kommentare wo darüber disskutiert wird, ob es sich um einen Hoax handelt oder nicht. Beleidigungen und Beschimpfungen sind hier leider zu genüge. Die Seite der Polizei ist nach wie auf Grund von Überlastung nicht erreichbar. Bei Google gibt die Suche nach dem Namen der Vermissten mittlerweile über 500 Treffer und auch das erste “Klatsch-Blatt” hat einen Artikel dazu online gestellt!
Ich denke, dass der Vater sich nicht über diese Ausmaße bewusst war, als er diese Aktion gestartet hat. Das Bild von der Vermissten wird so schnell nicht mehr aus dem Internet verschwinden, selbst wenn der Vater sein Bild bei Facebook löscht. Jetzt ist es nur noch eine Frage der Zeit, wann die BILD-Zeitung auf den bereits unter vollgas fahrenden Zug aufspringt.
Was denkt Ihr… War der Vater sich über diese Folgen bewusst, als er das Bild mit dem entsprechenden Text online gestellt hat?
Mittlerweile wurde ein Video geschnitten in der nach der Vermissten gesucht wird. Der Ersteller hatte sicherlich gute Absichten. Leider hat er die vollständige Adresse der Eltern in das Video gepostet. Das ist nun sicherlich nicht der richtige Weg! Wenn der Vater das gewollt hätte, dann würde er die Adresse selber veröffentlichen! Den Link zum Video werde ICH hier nicht veröffentlichen!
[Update 08.02.2011]
Mittlerweile wurde das Bild von Kim Fluchs aus dem Profil des Vaters entfernt. Der Vater hat sein komplettes Profil unsichtbar gemacht.
Es ist davon auszugehen, dass Kim gefunden wurde. Oder hat der Vater die ausgeuferte Diskussion über sein ernstes Anliegen einfach nicht mehr ausgehalten und das Bild deswegen aus dem Netz genommen?
Alles in Allem war es die richtige Entscheidung das Bild aus dem Netz zu entfernen, denn nur so konnte etwas Ruhe in die Sache einkehren!
[2. Update am Abend - 08.02.2011]
Der Express meldete auf der Homepage, dass Kim F. in Braunschweig aufgegriffen wurde. Die Facebookaktion wird trotzdem noch einigen Diskussionsstoff liefern!
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